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Feuer machen - aber richtig!

Lagerfeuer
Prasselndes Lagerfeuer (Quelle: sxc.hu)

Grundsätzliches zum Feuermachen

So ein prasselndes Feuer hat doch was... Vor allem, wenn man durchgefroren ist und darauf ein Topf mit heißem Tschai vor sich hin köchelt. Nur muss man die Wärmequelle auch erst einmal ankriegen.

Wichtige Regel: Man sollte nur ein Feuer machen, wenn man sich sicher sein kann, es auch wieder auszukriegen. Das heißt auch, im Zweifelsfall bei sehr trockenem Waldboden lieber zu verzichten. Sicherheitshalber sollte immer etwas zum Löschen in der Nähe sein. Ob das nun Wasser, Sand oder Erde ist, ist eigentlich egal. Nur Vorsicht beim Ablöschen mit Torf: er kann anfangen zu schwelen. Selbstverständlich lässt man ein Feuer auch nicht unbeaufsichtigt und löscht es, wenn man den Platz verlässt.

Wer einmal versucht hat, ein nasses großes Holzscheit anzuzünden, weiß: das Teil brennt nicht so ohne weiteres. Nun kann man zwar mit diversen Brandbeschleunigern nachhelfen, stilvoller - und auch gesünder - ist aber die traditionelle Variante. Dazu beginnt ein Feuer mit etwas ziemlich unscheinbarem: dem Feuerherz.

Das Feuerherz

Hierzu schichtet man eine kleine Menge sehr gut brennbares Material auf. Am besten eignet sich Zunder. Auch die von trockener Birkenrinde abbätternden Fasern brennen hervorragend. Hat man beides nicht zur Hand, kann man auch einfaches Holz sehr dünn schneiden (geht ganz gut mit einem scharfen Messer, oder notfalls auch einem Bleistiftanspitzer). Man kann auch über einer kleinen Kerze dünne Äste trocknen, die, wenn sie trocken genug sind, dann Feuer fangen.

Weniger Geduldige nehmen einfach etwas Papier. Das bekommt man zwar nicht gerade mit einem Feuerstein oder einer Lupe an, aber meistens hat man ja sowieso Streichhölzer oder Feuerzeug dabei.

Darüber schichtet man nun locker brennbares Material auf. Es empfielt sich, nicht gerade dicke Äste zu nehmen, sonder kleine Stöcke, trockene Blätter und ähnliches. Nie darf man so viel Holz auflegen, dass das Feuer keine Luft mehr bekommt. Feuchte Blätter, Gras und vergleichbares sind nicht so geeignet. Erstens brennen sie nicht so gut, zweitens verbreiten sie einen ziemlich unangenehmen Geruch beim Verbrennen.

Das Feuer in Gang halten

Hört man nun das brennende Holz knacken, so hat man meistens gewonnen: das Feuer brennt, und man kann nach und nach auch größere Holzstücke nachlegen.

Wichtig ist, dass man einen kleinen Vorrat an Holz da hat, damit das Feuer nicht wieder ausgeht, während man gerade Brennholz sucht.

Auch beim Nachlegen ist natürlich auf die Luftzufuhr zu achten. Ein Feuer, das zu wenig Luft hat, geht aus. Deshalb ist es meistens sinnvoll, Holz nicht ins Feuer zu werfen, sondern sinnvoll zu schichten wie in untenstehenden Feuerarten.

Natürlich brennt auch nicht alles gleich gut. Allgemein brennt trockenes Holz besser als nasses, abgelagertes besser als frisches, und lackierte Holzteile sollte man vermeiden (Gestank!). Nasses Holz raucht sehr stark. Birkenholz hat den großen Vorteil, auch nass zu brennen, dafür hält sich der Heizwert in Grenzen. Aber um ein Feuer in Gang zu bekommen, ist es optimal.

Hat man bei nasskaltem Wetter kein trockenes Holz zur Verfügung, kann man die feuchten Holzscheite auch gut um die Feuerstelle herum aufschichten. Die Hitze des Feuers trocknet sie dann nach und nach und erspart einem so manche Rauchvergiftung.

Zunder selbst herstellen

Zunder herzustellen, ist gar nicht so schwierig: In eine (verschließbare) Metalldose legt man kleine Stücke von Baumwollstoff (KEIN Synthetikgewebe, das schmort!) und legt diese einfach eine Weile ins Feuer. Wenn man die Dose wieder herausholt, sind darin schwarz verkohlte Stoffstücke zu sehen, die als Leinwandzunder schon bei kleinsten Funken anfangen zu brennen.

Verschiedene Feuerarten

Pyramidenfeuer
Pyramidenfeuer
Pyramidenfeuer

Das Pyramidenfeuer ist die wohl am häufigsten eingesetzte Feuerart. Es ist klein genug zum heizen, punktuell genug zum Kochen, und es sieht gut genug aus für die Jurtenrunde. Über ein Feuerherz werden pyramidenartig Äste aufgestellt. Wichtig ist, dass die Äste nicht zu dicht liegen, damit das Feuer noch genug Luft bekommt.

Pagodenfeuer
Pagodenfeuer
Pagodenfeuer

Wie bei einer chinesischen Pagode werden Äste übereinandergelegt und daraus ein Turm gebaut. Dieses Feuer gehört zu den Szeneriefeuern: Es ist zum Kochen oder Heizen zwar nicht zu gebrauchen, sieht aber hervorragend aus. Dieser Aufbau ist vor allem für Großfeuer geeignet.

Gitterfeuer
Gitterfeuer
Gitterfeuer

Das Gitterfeuer ist das perfekte Szeneriefeuer für große Anlässe. Es ist stabiler als das Pagodenfeuer und brennt länger. Allerdings ist es extrem aufwändig und braucht eine Menge Holz. Der Aufbau entspricht dem Pagodenfeuer, nur werden hier mehrere Balken pro Lage geschichtet, so dass sich ein sich nach oben verjüngendes Holzgitter ergibt.

Sternfeuer
Sternfeuer
Sternfeuer

Im Gegensatz zu den erwähnten Szeneriefeuern ist das Sternfeuer ein reines Nutzfeuer - vorzugsweise zum Kochen, denn seine Hitze bündelt sich auf einen einzigen Punkt in der Mitte. Die Balken werden von außen nachgeschoben. Da aneinandergelegte Balken so nicht ohne weiteres brennen würden, macht man ein kleines Pyramidenfeuer in der Mitte.

Grubenfeuer
Grubenfeuer
Grubenfeuer

Ein weiteres Nutzfeuer. Im Boden wird ein kleines Loch ausgehoben und darin ein Pyramidenfeuer entzündet. Idealerweise verkleidet man auch die Grube von innen mit Brennholz, dass dann für eine gleichmäße Hitze sorgen wird, dann nennt man es auch Polynesisches Feuer. Dieses Feuer ist von weitem kaum zu sehen, ist sparsam, hat gut gebündelte Hitze und bekommt auch bei starkem Wind keine Probleme.

Besonderer Tipp: Wenn man das Feuer mit genug Glut herunterbrennen lässt und die Grube anschließend abdeckt, hat man einen exzellenten Backofen - Perfekt für einfrisch gebackenes Lagerbrot.

Natürlich gibt es eine Vielzahl von weiteren Feuerarten, aber entweder sie sind kaum gebräuchlich (Jägerfeuer), oder sie funktionieren nicht vernünftig (wie z.B. das selbstnachlegende Kaminfeuer, dass in kaum einer Feuerliste fehlt, dass aber irgendwie noch niemand sinnvoll dauerhaft zum Brennen gebracht hat...